Der Umgangston, die Kultur und Dynamiken im Team spielen eine wichtige Rolle in der Zusammenarbeit und für das Wohlbefinden der einzelnen Teammitglieder. Dieses Zusammenspiel an sozialen, organisatorischen und psychologischen Faktoren am Arbeitsplatz wird auch als sogenanntes „Arbeitsklima“ bezeichnet. Welches Arbeitsklima im eigenen Team am stärksten ausgeprägt ist, das heißt welche Verhaltensweisen, Regeln und Gepflogenheiten im Team gelebt werden, trägt maßgeblich zur Leistung, Motivation und zum Wohlbefinden des Einzelnen im Team bei.
3 heimtückische Typen des Arbeitsklimas, die deine Produktivität gefährden
Das Arbeitsklima lässt sich in verschiedene Typen einteilen, wobei es begünstigende und negativ geprägte Formen gibt. Hier ein paar Beispiele, was für negative Typen von Arbeitsklima existieren:
1. Toxisches Arbeitsklima
Wie der Name schon vermuten lässt, ist ein toxisches Arbeitsklima geprägt von negativem Verhalten, wie z.B., Mobbing oder Ausgrenzung vom Team, Misstrauen und fehlender Unterstützung untereinander, aber auch durch Vorgesetzte. In einem solchen Klima entsteht schnell Verunsicherung und Stress, was die Produktivität und auch das Wohlbefinden der Teammitglieder beeinträchtigt.
2. Arbeitsklima des Mikromanagements
Unter Mikromanagement versteht man, das kleinteilige Managen, Kontrollieren und Überwachen jeglicher Tätigkeiten. In einem Arbeitsklima, in dem Mikromanagement durch Führungskräfte vorherrscht, entsteht Misstrauen und ein Gefühl der Entmündigung der Mitarbeitenden, was die Zufriedenheit und das Engagement im Team negativ beeinflusst.
3. Autoritäres Arbeitsklima
Als „autoritär“ wird ein Arbeitsklima bezeichnet, in dem strikte Hierarchien die Entscheidungsfreiheit der einzelnen Mitarbeitenden stark einschränken und die Arbeitsprozesse stark von den Führungskräften dominiert werden. Das heißt, Mitarbeitende können wenig oder gar keinen Einfluss auf Entscheidungsprozesse nehmen, werden nicht angehört und fühlen sich möglicherweise unterdrückt. Ein solches Klima hindert sowohl die Leistungsfähigkeit und Innovation, als auch die Motivation und Kreativität der Teammitglieder.
Ein sicheres Arbeitsklima für dein Team
Im Gegensatz zu den genannten negativ Beispielen, gibt es verschiedene positive Typen von Arbeitsklima, die Mitarbeitende motivieren und Wohlbefinden sowie Produktivität fördern. Wegen seiner vielseitigen, positiven Auswirkungen ist das sogenannte psychosoziale Sicherheitsklima (engl. psychological safety climate) ein häufig gelobtes Arbeitsklima, welches mit Sicherheit jedem Team zugute kommen kann.
Die 5 wichtigsten Elemente eines psychosozialen Sicherheitsklimas
Das psychosoziale Sicherheitsklima zeichnet sich dadurch aus, dass Mitarbeitende sich in ihrem Team sicher und wohlfühlen. Folgende Elemente tragen dabei zu einem psychosozialen Sicherheitsklima bei:
- Offene Kommunikation – Ein guter Austausch im Team leistet einen wichtigen Beitrag, sodass sich alle Teammitglieder wohlfühlen, ihre Gedanken, Ideen und Anregungen zu teilen.
- Vertrauen – Gegenseitiges Vertrauen stellt eine wichtige Grundlage für offene und ehrliche Kommunikation dar und verbessert allgemein die Zusammenarbeit.
- Gegenseitiger Respekt – Ein respektvoller Umgang untereinander, trägt zu einer guten Zusammenarbeit und Inklusion aller Teammitglieder bei.
- Toleranz für Fehler – Eine gewisse Fehlertoleranz ist wichtig, damit sich alle im Team weiterentwickeln und lernen können. Werden Fehler als eben solche Lernmöglichkeiten verstanden und nicht bestraft oder belächelt, fördert dies die Innovation und Entwicklung im Team.
- Unterstützung durch Führungskräfte – Dass die Führungskräfte, vor allem direkte Vorgesetzte, ihrem Team unterstützend zur Seite stehen und die oben beschriebenen Verhaltensweisen fördern und vorleben ist ein weiterer wichtiger Faktor, welcher zur Entwicklung und zum Erhalt eines psychosozialen Sicherheitsklimas beiträgt.
4 Benefits eines psychosozialen Sicherheitsklimas
Warum ist nun aber ein psychosoziales Sicherheitsklima erstrebenswert? Dass sich ein psychosoziales Sicherheitsklima positiv auf das Team auswirkt kann man sich denken. Für ein besseres Verständnis davon, wie genau diese positiven Auswirkungen aussehen können habe ich hier einmal 4 wissenschaftlich erwiesene Vorteile eines psychosozialen Arbeitsklimas gesammelt:
1. Verbesserte Teamperformance – durch offene Kommunikation im Team und eine gewisse Fehlertoleranz können die Teammitglieder besser und schneller lernen, sowie effektiver arbeiten1.
2. Erhöhte Arbeitszufriedenheit – wenn wir uns am Arbeitsplatz sicherer und wohler fühlen, erhöht dies auch die allgemeine Arbeitszufriedenheit, da wir aktiv am Teamgeschehen teilnehmen und uns frei ausdrücken können2.
3. Bessere mentale Gesundheit und Wohlbefinden – in einem „sicheren“ Arbeitsumfeld entsteht für die Teammitglieder weniger Stress und Anspannung, da sie respektvoll behandelt werden und ihren TeamkollegInnen vertrauen können. Dadurch trägt ein solches Arbeitsumfeld zu mentaler Gesundheit und Wohlbefinden der Einzelnen bei3.
4. Gesteigerte Kreativität und Innovation – durch Vertrauen, Fehlertoleranz und eine wertschätzende Teamkultur wird die Kreativität und Innovation von Mitarbeitenden gefördert, da ein solches Arbeitsumfeld es erleichtert neue Ideen vorzuschlagen und auch mal „riskantere“ Vorschläge einzubringen4.
Insgesamt zeigen diese und weitere wissenschaftliche Erkenntnisse, die vielseitigen Vorteile eines psychosozialen Sicherheitsklimas im Team. Es ist also durchaus erstrebenswert ein solches Arbeitsklima im eigenen Team zu fördern und von den persönlichen und wirtschaftlichen Benefits zu profitieren.
Great things in business are never done by one person; they’re done by a team of people.
Steve Jobs
Quellen:
- Kim, S. M., Kim, M. J. & Jo, S. J. (2021). The relationships between perceived team psychological safety, transactive memory system, team learning behavior and team performance among individual team members. Leadership & Organization Development Journal, 42(6), 958–975. https://doi.org/10.1108/lodj-09-2020-0402 ↩︎
- Li, J., Li, S., Jing, T., Bai, M., Zhang, Z., & Liang, H. (2022). Psychological safety and affective commitment among Chinese hospital staff: The mediating roles of job satisfaction and job burnout. Psychology Research and Behavior Management, 15, 1573–1585. https://doi.org/10.2147/PRBM.S365311 ↩︎
- Nembhard, I. M. & Edmondson, A. C. (2006). Making it safe: The effects of leader inclusiveness and professional status on psychological safety and improvement efforts in health care teams. Journal Of Organizational Behavior, 27(7), 941–966. https://doi.org/10.1002/job.413 ↩︎
- Baer, M. & Frese, M. (2002). Innovation is not enough: Climates for initiative and psychological safety, process innovations, and firm performance. Journal Of Organizational Behavior, 24(1), 45–68. https://doi.org/10.1002/job.179 ↩︎