Dass Arbeitspausen oder wenigstens eine Mittagspause wichtig sind, ist wohl den meisten klar. Trotzdem kommt es vor, gerade in bestimmten Berufsgruppen, wie in der Pflege, im Büro, in der Kinderbetreuung usw., dass Pausen vernachlässigt oder ganz ausgelassen werden. Und manchmal scheint es nicht anders möglich. Umso wichtiger, dass die kurzen Pausen, die wir uns nehmen können, erholsam sind und uns für den weiteren Arbeitstag Kraft geben.
Allgemein tragen verschiedene Aktivitäten während einer Arbeitspause dazu bei, die eigene Erholung zu maximieren. Biologisch gesehen ist das Ziel dabei, das Nervensystem zu beruhigen, Stresshormone zu senken und den sogenannten Parasympathikus, das Ruhesystem des Körpers, zu aktivieren.
3 Aktivitäten für eine erholsame (kurze) Pause
Tendenziell sind aktive Pausen erholsamer als passive. Das bedeutet, dass Aktivitäten (auch kleine) uns mehr Erholung einbringen, als wenn wir uns hinsetzen und nichts tun oder auf unser Handy schauen.
Folgende Aktivitäten können unsere Erholung in der Pause steigern:
1. Ein kurzer Spaziergang (am besten in der Natur)
- Durch die Bewegung, die frische Luft und den Anblick der Natur werden in unserem Körper Endorphine, unsere Glückshormone, produziert. Außerdem hat Zeit im Freien, vor allem in der Natur, nachweislich stressreduzierende Effekte.
2. Atemübungen
- Tiefes und langsames Atmen aktiviert unser Ruhesystem und lässt uns schneller Anspannung und Stress abbauen. Durch tiefes Atmen wird unser Körper mit mehr Sauerstoff versorgt, wodurch wir wieder mehr Energie bekommen und uns erholter fühlen.
3. Sozialer Austausch
- Ein kurzes (nicht arbeitsbezogenes) Gespräch mit Freunden oder netten KollegInnen kann die Freisetzung von Oxytocin, einem Hormon, das soziale Bindungen stärkt, begünstigen. Dadurch kann unser Stresslevel schneller gesenkt werden.
Auch bei regelmäßigen und längeren Pausenzeiten spielt die Pausengestaltung eine wichtige Rolle. Wie wir zum Beispiel die Mittagspause verbringen, kann nicht nur unsere Performance beeinflussen, sondern auch unsere längerfristige Erholung bzw. unser Stresslevel und entsprechend, unsere Gesundheit. Daher ist es wichtig herauszufinden, welche Pausengestaltung unter Berücksichtigung unserer eigenen Bedürfnisse am meisten Erholung bringt.
Welche Pausengestaltung passt zu mir und meinem Job?
Wie wir unsere Pausen am besten, das heißt am erholsamsten gestalten, hängt sowohl von unseren persönlichen Bedürfnissen und Vorlieben, als auch von unserer Tätigkeit ab. Unsere Tätigkeit spielt deshalb eine Rolle, da Erholung vor allem dann stattfinden kann, wenn ein Ausgleich zu dem geschaffen wird, was wir den ganzen Tag über auf der Arbeit tun.
Sitzen wir zum Beispiel die meiste Zeit, ist es ratsam, in der Pause etwas in Bewegung zu kommen, eine kleine Runde zu gehen, am besten an der frischen Luft und den Körper etwas zu dehnen.
Im Gegensatz dazu ist bei einer stark körperlichen Tätigkeit eine ruhigere Pause, die den Körper entlastet und etwas ausruhen lässt, sinnvoll.
Bei vermehrter Bildschirmarbeit ist es empfehlenswert, die Augen in der Pausenzeit zu schonen und nicht zum Beispiel auf dem Handy Nachrichten zu beantworten oder in den sozialen Medien zu scrollen. Stattdessen kann draußen sein, frische Luft und Tageslicht für eine gute Erholung der Augen sorgen. Bei einem kleinen Spaziergang können die Augen wieder mehr in die Ferne blicken, was den starren Blick auf eine kurze Distanz (auf den Bildschirm) ausgleicht und so die Augenmuskulatur entspannt.
Gleichermaßen spielt es eine Rolle, wie viele Sozialkontakte unsere berufliche Tätigkeit mit sich bringt. Sind wir ständig mit KundInnen, PatientInnen, KlientInnen oder auch KollegInnen in Kontakt, tut es gut, die Pause mal in Ruhe zu verbringen und sich ein paar Minuten für sich zu nehmen. Arbeiten wir eher allein an unseren Aufgaben, bringt eine gemeinschaftliche Pause und lockere Gespräche mit KollegInnen eine erfrischende Abwechslung.
Die Wichtigkeit des Ausgleichs wird aus diesen Beispielen wohl deutlich. Für deine Tätigkeit, sowie für deine eigenen persönlichen Bedürfnisse gilt es also abzuleiten, was für eine Form von Ausgleich deine Pause beinhalten sollte, damit sie erholsam wird. Wenn du für deinen individuellen Arbeitskontext Unterstützung in der Pausengestaltung möchtest, berate ich dich hierzu gerne. Schreibe mir dein Anliegen dazu einfach hier.
Mehr Tipps und Aktivitäten, die Entspannung und Erholung fördern, findest du hier.
Almost everything will work again if you unplug it for a few minutes, including you.
Anne Lamott